Freitag, 23. März 2007
Geschwisterliebe ?!
In einem Kommentar erzählte Herr Appatoon, dass ihm seine Schwester mutwillig seine Lego- Konstruktionen kaputt machte. Das ist ja schon ein starkes Stück und somit Grund genug, mir einmal mehr über die Liebe der Geschwister untereinander Gedanken zu machen.
Als Anschauungsmaterial möchte ich zunächst das folgende Foto einfügen:



Darauf bin ich mit meiner nächstälteren Schwester zu sehen, das ganz Kleine am Schrank ist übrigens eine Puppe.
Der Vollständigkeit halber sollte ich erwähnen, dass ich das Jüngste von Vieren bin: ein Bruder (7Jahre älter), die große Schwester (6Jahre älter) und die mittlere Schwester (2 Jahre älter) ... und dann kam ich als der Nesthaken.
Bei näherer Betrachtung des Fotos wundert es mich schon, dass ich das Erwachsenenalter überhaupt erreichte, aber anscheinend muß ich damals schon über einen starken Willen und kräftige Halsmuskeln verfügt haben ... oder ich war damals schon eine gute Laien-Spielerin :-)

Geschwister zu haben, bedeutet nie alleine zu sein, es bedeutet, den Sozial- Darwinismus von klein auf zu verinnerlichen, um sich gegen die Stöße des Lebens zu wappnen. Es bedeutet, der erste am Futternapf zu sein, um dann zu verschlingen, was geht ... es bedeutet, zähnefletschend zu verteidugen, was man sich so mühselig erkämpft hat ... es bedeutet, zu überleben ...

Andererseits gibt es ja auch sehr viele positive Punkte, warum es gut ist, Geschwister zu haben, wie zB die Tatsache, dass man nie alleine ist. Das hängt gewiß vom eigenen Naturell ab, ob es positiv oder negativ empfunden wird.
Durch das Zusammenleben mit vielen Geschwistern habe ich auch einige soziale Fertigkeiten erlernt, wie teilen können, zu hören können, mich für andere einzusetzen oder von den Erfahrungen anderer partizipieren, denn meine älteren Geschwister waren für mich sehr gute Anschauungsobjekte.
Natürlich mußte man auch oft zurückstecken, sich selber zurücknehmen, es gab auch Zeiten von größerer Konkurrenz, aber das verblaßt zusehenst und ich bin sehr froh, in einer großen Familie aufgewachsen zu sein, da ich es eher bereichernd als einschränkend empfand.

Und heute, wo die Wogen der Konkurrenz, des Streitens und Verletztseins weitesgehenst überwunden sind, bin ich noch mal glücklicher, Geschwister zu haben ...

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